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Die traditionsreiche Geschichte des Theaterspielens in Igling

(Stand: Januar 2019)

In Oberigling begann der Radfahrerverein im Jahr 1922 seine Theateraufführungen im Gasthaus Schmelcher mit dem Stück "Das blutige Edelweiß". Es folgten weitere Stücke in den Jahren 1923 und 1925. Erst nach dem 2. Weltkrieg nahmen die Radler die Tradition des Theaterspielens wieder auf und spielten am 1. Januar 1951 das Stück "Das Trauringerl". Es folgten nun viele weitere Theaterstücke, wobei einem lustigen Einakter immer ein eher trauriges Volksstück vorausging. Die Stücke erforderten jeweils eine große Anzahl an Mitspielern (12 bis 26 Spieler), so dass die Zusammenstellung des Ensembles zumeist nur mit großem Aufwand erreicht werden konnte. 1956 wurde mit dem Volksstück "Das Alpenglühen", das über 1.000 Zuschauer in 8 Aufführungen besuchten, der größte Erfolg erzielt. Bis ins Jahr 1968 konnte der Radfahrerverein an der langen Tradition des Theaterspielens festhalten. Danach löste sich die Laienspielgruppe leider auf.

In Unterigling gibt es für das Jahr 1912 erste Aufzeichnungen über ein Stück mit dem Titel "Einquartierung im Feindesland". Nach einer Pause während des ersten Weltkrieges ergriff der katholische Burschenverein die Initiative und begann jährlich an Weihnachten Theaterstücke aufzuführen. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde der Burschenverein aufgelöst und stellte damit auch das Theaterspielen ein. Herr Lehrer Högenauer schloss diese Lücke mit seinen Schulkindern mit einem Krippenspiel und dem Märchenspiel "Die Prinzessin auf der Erbse". Erst im Jahr 1946 wurde durch die Besatzungsmächte wieder die Erlaubnis zum Theaterspielen erteilt. Da von den Besatzungsmächten jedoch lediglich ein Sportverein genehmigt war, spielte nun dieser Sportverein (der später wieder aufgelöst wurde) das Stück "Der verbotene Weg". Später wurde wieder ein Burschenverein gegründet, dem auch die Übernahme des Theaterspielbetriebes zugesprochen wurde. In den folgenden Jahren wurden nun jährlich Theaterstücke aufgeführt - darunter auch Klassiker wie "Der bayerische Hiasl" und "Die drei Eisbären". Anfang der 60er Jahre wurde das Theaterspiel wieder eingestellt und man glaubte schon, dass die Tradition des Theaterspielens zu Ende sei.

Die Geschichte des heutigen Theaterverein Igling e.V.

Den Grundstock des heutigen Theatervereins bildet eine Jugendgruppe, die 1967 in Anlehnung an die "Katholische Landjugend" einen Burschenverein zu gründen. Nicht so recht nachvollziehbar kam diese allerdings über den damaligen Pfarrer Förg leider nicht zustande. Wahrscheinlich führte die Einmischung des späteren Pfarrers Sebastian Klaus dazu, dass eine Verbindung zur "Christlichen Arbeitnehmerjugend - CAJ" zustande kam. Eine Gruppe Jugendlicher, die sich hauptsächlich aus der damaligen Jugendgruppe rekrutierte, begann nun in diesem Jahr mit dem Theater spielen. Sebastian Klaus unterstützte dabei die Aktivität dieser Jugendlichen.

Das Theaterspiel (1967 – 2018)

Seit 1967 wurden mittlerweile 51 Stücke von insgesamt 8 Regisseuren (Sebastian Klaus, Heini Spreigl, Eugen Sirch, Daniela Arden, Gerhard Wilbiller und Andrea Wetzl, Hannes Schneider sowie Jürgen Schulz) inszeniert. Über 85 Schauspieler haben dabei ihr Können auf der Bühne den rd. 50.300 Zuschauern unter Beweis gestellt. In den ersten Jahren wurden Einakter und Sketche aufgeführt; der erste Drei-Akter "Die zwoa Neidhammel" wurde 1970 aufgeführt. Als einziges Stück mit traurigem Ende wurde 1989 "Am Wegweiser zum 7. Himmel" gespielt. Weitere Highlights waren "Der verbotene Weg" (1975), "Die pfiffige Urschl" (1984), "Der bayerische Protectulus" (1993); "Die Wahl-Lump'n" (1998), "Theater, Theater" (2000), "Zoff im Puff" (2013) um hier nur ein paar Beispiele zu nennen.

Die Spieler mit den meisten Aufführungen -bis 2018- sind Sybille Kugelmann (38), Hannes Schneider (31) und Gerhard Wilbiller (26).

Seit 1997 wird das Theaterspiel durch eine eigene Bühnenbaugruppe unterstützt. Abgerundet wird das Theaterspiel darüber hinaus durch viele weitere freiwillige Helferinnen und Helfer wie z.B. einen eigenen Kartenvorverkauf, Maske, Ton- und Bildtechnik, Dekoration, Bewirtung usw. usw.

Die Theaterstücke wurden zwischen 1972 und 2014 jeweils an Ostern im Pfarrhof Unterigling aufgeführt. Seit 2015 finden die Aufführungen in der Turnhalle der Grundschule Igling statt.

Neben den österlichen Stücken führt der Theaterverein seit ca. 23 Jahren jährlich am 1. Advent einen Einakter am Seniorennachmittag auf. Daneben spielte der Theaterverein im November 2007 anlässlich seines 40-jährigen Jubiläums, zusätzlich zur Oster-Vorstellung, den Einakter "Erster Klasse" von Ludwig Thoma.

Offizielles (seit Eintragung des Vereins im Vereinsregister):

1986 wurde eine Vereinssatzung erstellt und der Verein in das Vereinsregister (e.V) eingetragen.

Seither haben 6 Vorstandsvorsitzende den Verein angeführt: Arnold Schwarz (1986 - 1992), Josef Riedler (1993 - 1995), Jürgen Schmitz (1996 - 2005), Peter Loßkarn (2006 - 2013), Gerhard Wilbiller (2014 - 2016) und Andrea Rid (seit 2016).
2. Vorstand waren: Albert Schorer (1986 - 1989), Otto Brugmoser (1990 - 1991), Josef Riedler (1992), Andrea Wetzl (1994 - 2011), Sabine Schneider (2012 - 2017) und Patricia Holl (seit 2018). Vereinskassierer ist seit 1986 Franz Hutter.
Schriftführer waren bislang Josef Riedler (1986 - 1990), Andrea Rid (1991 - 2008), Susanne Mayer (2009 - 2016) und Jessica Wilbiller (seit 2016).
In der Vorstandschaft sind darüber hinaus per heute 6 Beisitzer aktiv. (Christine Schäffler, Hannes Schneider, Helge Schneider, Gerhard Wilbiller, Clemens Becherer und Wolfgang Ledermann).

Sonstige Aktivitäten:

Die CAJ-Gruppe spielte nicht nur Theater, sondern überlegte sich auch andere Aktionen und Veranstaltungen, z.B. wurde der damalige Veteranenball (Faschingsball) einige Male mit Musikkapelle und Sketchen organisiert. 3. Welt - Aktionen und Gottesdienste mit modernen Liedern mit Schlagzeug und Gitarre standen damals ebenfalls auf dem Programm. Auch der Iglinger Faschingsumzug, heute organisiert vom Faschingsverein, ist auf die Aktivitäten dieser Jugendgruppe zurückzuführen. Auch damals waren schon bis zu 4 Musikkapellen beteiligt. Angenommen hat sich die "Jugendgruppe" auch dem Maibaum in Unterigling als das Aufstellen an alter Stelle u.a. aus Sicherheitsgründen nicht mehr möglich war. Mit der "Umpflanzung" des Maibaums an eine andere Stelle war verbunden, dass ein entsprechendes Fundament erstellt werden musste. Hier hat die Gruppe -mit beratender Hilfe von Johann Dodl (Zimmerermeister)- das Problem gemeistert. Seither wird der Maibaum -seit dem Jahr 1993 mit Unterstützung der Iglinger Löwen- vom Theaterverein aufgestellt.

Seit 1990 wird jährlich ein Vereinsausflug in verschiedene Städte durchgeführt.

Neben Theaterbesuchen bei den befreundeten Vereinen der Nachbargemeinden (z.B. Hurlach, Großkitzighofen, Schwifting, Türkheim, Holzhausen, usw.) organisiert der Theaterverein seit dem Jahr 2000 auch Fahrten zu professionellen Theatern (Stadttheater Augsburg, Augsburger Puppenkiste, Parktheater Göggingen, Deutsches Theater München), der Augsburger Puppenkiste und Freilichtbühnen (Klosterhof Füssen, Altusried, Elbigenalb sowie zu den Weiherspielen Markt Schwaben) sowie einmal zum Zirkus Krone in München.

Weiterhin beteiligt sich der Theaterverein an sonstigen Aktivitäten im Dorfleben wie dem alle zwei Jahre stattfindenden Faschingsumzug, dem Hartmut-Mühlbauer-Gedächtnisturnier des SV Igling (hier zusammen mit den Iglinger Löwen) sowie der Bildersuchfahrt des Radfahrervereins.